XLR STECKER/BUCHSEN

XLR (auch Cannon-Stecker genannt) ist ein Industriestandard für elektrische Steckverbindungen. In der professionellen Beschallungs- und Tonstudio-Technik werden XLR-Steckverbinder für analoge Mikrofon- und Lautsprecher-Signale sowie digitale AES/EBU-Audiosignale und DMX-Steuersignale verwendet. Sie sind von mehreren Herstellern verfügbar und von der physischen Ebene in dem internationalen Standard IEC 61076-2-103 normiert. Die einheitliche Kontaktbelegung für den Bereich der Audiotechnik ist in der Spezifikation AES-14 der Audio Engineering Society festgelegt.

 

Ausführungen

XLR-Steckverbinder gibt es in drei- bis siebenpoliger Ausführung und in verschiedenen Schutzklassen nach VDE.

Der dreipolige XLR-Steckverbinder stellt in der professionellen Tontechnik die Standardverbindung für analoge Audioleitungen dar, insbesondere bei symmetrischer Signalübertragung. Auch für Lautsprecherleitungen wird er gern verwendet, jedoch zunehmend vom Speakon-System verdrängt. Er überträgt nur ein Monosignal; für die Übertragung der beiden Kanäle eines Stereosignals sind zwei dreipolige XLR-Steckverbinder nötig.

Die Norm für die Übertragung von DMX-Steuersignalen sieht den fünfpoligen XLR-Steckverbinder als Standard vor; häufig (gerade bei günstigeren Geräten) werden jedoch auch hier dreipolige Steckverbinder eingesetzt, die außerdem den Vorteil bieten, bei Bedarf mit Mikrofonkabeln verlängert werden zu können (sofern Mikrofonkabel mit ausdrücklicher Eignung für digitale Signale zum Einsatz kommen).

Vierpolige XLR-Steckverbinder werden beispielsweise zur Stromversorgung von Videokameras und deren Zubehör sowie zum Anschluss von Intercom-Hör-Sprechkombinationen eingesetzt. In der drei- (bei Shure unter dem Namen TRQ) oder vierpoligen Mini-Version kommen sie auch bei Taschensendern drahtloser Mikrofonanlagen zum Einsatz.

Belegung


 |  Ansicht Kontaktseite
Anwendung Pin 1 Pin 2 Pin 3
symmetrisch  | Schirm/Masse  | Signal +  | Signal −
unsymmetrisch  | Schirm/Masse  | Signal  | zu Pin 1 gebrückt
Lautsprecherleitung  | Signal −  | Signal +  | unbelegt (offen)
Digitale Leitung
 nach
AES/EBU  | Schirm/Masse  | Signal +  | Signal −
DMX-Leitung  | Schirm/Masse  | Signal −  | Signal +
Spannungsversorgung  | Masse  | +12 V  | unbelegt (offen)
Daten
Steuerleitung

Die Pinbezeichnungen 1, 2, 3 sind in die Kunststoffhalterung eingeprägt. Bei Pin 2 liegt außerdem eine Führungsnase.

Üblicherweise werden in der Technik Steckverbinder mit hervorstehenden Kontaktstiften als Stecker bezeichnet und diejenigen mit entsprechenden „Löchern“ als Buchsen. Abweichend davon spricht man bei XLR-Steckverbindern allerdings meist von „männlichen“ (engl. male) und „weiblichen“ (engl. female) Steckern und bezeichnet die Einbauversionen beider Geschlechter als „Buchsen“. Standard-XLR-Anschlusskabel haben ein männliches und ein weibliches Ende und lassen sich damit aneinanderreihen.

Bei Audioverbindungen sind signalabgebende Anschlüsse stets männlich, signalempfangende Anschlüsse stets weiblich ausgeführt. So ist der typische Mikrofoneingang am Mischpult weiblich, ein Mikrofon hat als Ausgang einen männlichen Steckverbinder am Gehäuse. Grund hierfür ist unter anderem die Phantomspeisung, mit deren Hilfe vorgeschaltete Geräte mit Strom versorgt werden können. Die Phantomspeisung arbeitet mit Spannungen bis zu 48 Volt und wird durch die weibliche Bauart des Steckverbinders gegen Berühren und Kurzschluss geschützt. Ein Kurzschluss der Phantomspeisung würde am Signaleingang kurzzeitig starke Übersteuerung hervorrufen.

Ausnahmen in Form weiblicher Ausgänge gibt es gelegentlich bei Lautsprecheranschlüssen, weil dort unter Umständen berührgefährliche Spannungen anliegen können (die Stifte des männlichen XLR-Verbinders liegen zwar innerhalb des Steckergehäuses, können jedoch mit einer Fingerspitze berührt werden). Auch bei DMX-Steuerleitungen sind signalgebende Steckverbinder weiblich, um Kurzschlüsse durch metallene Fremdkörper zu vermeiden.

Es gibt unterschiedlichste Varianten bei den XLR-Einbauverbindern. Bedingt durch den Popularitätsgrad des Herstellers Neutrik in diesem Marktsegment stellen die Typenbezeichnungen dieses Herstellers den De-facto-Standard bei den Bezeichnungen dar. Bei der mittlerweile üblichen D-Bauform sind die Gehäusedurchbrüche für männliche und weibliche Verbinder gleich, was bei der Fertigung vorbereiteter Einbaubleche ein großer Vorteil ist. Bei der älteren P-Bauform sitzen bei der männlichen Ausführung die Befestigungsbohrungen platzsparend direkt ober- und unterhalb der Steckeröffnung; die weibliche Ausführung sieht ähnlich wie in der D-Bauform aus, ist jedoch etwas in die Höhe gezogen. Es gibt weitere Serien mit anderen teils kompakteren Lochbildern, die hauptsächlich in der Serienfertigung von Geräten eine Rolle spielen und oftmals eine einfachere Konstruktion sowie einfachere mechanische Integration und höhere Packungsdichten ermöglichen.